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baronrojo
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Re: Nico Hulkemberg



Interview - Exklusiv
Nico Hülkenberg: Kurven, Gullis und F3

In der A1GP erlebte er das Chaos von Peking hautnah und in der F3 eine nicht zufrieden ganz stellende Saison. Nico Hülkenberg sprach mit adrivo.com über beides.

von Falko Schoklitsch
16.11.2006

Du kommst gerade aus China, wo du für Deutschland in der A1GP gefahren bist. Wie hast du das ganze Chaos in Peking miterlebt?
Nico Hülkenberg: Das war natürlich ein bisschen ein Witz. Wir hatten am Freitag und am Samstag nicht viel zu tun. Am Freitag war ich der erste, der aus der Box gefahren ist, damit der erste, der in der Haarnadel war und deswegen auch der erste, der vor der Mauer gestanden ist. Das war eine blöde Situation, weil sich die Organisatoren vorher nicht erkundigt hatten, was das Auto für einen Kurvenradius hat und damit nicht wussten, dass es so nicht gehen wird. Für uns war das natürlich ungünstig. Wir mussten warten und konnten nicht fahren. Am Samstag ging es auch nur 15 Minuten, weil sich dann die Gulli-Deckel gelöst haben. Aber dafür, dass wir Freitag und Samstag so viele Probleme hatten, finde ich, dass wir Sonntag eine gute Show und ein gutes Rennen gezeigt haben. Man hat einfach das Beste daraus gemacht, auch die Veranstalter und die Organisation.
Das Team ist hoch motiviert Foto: A1GP


Bislang gab es drei A1GP-Rennwochenenden mit unterschiedlichen Erfahrungen. Wie würdest du bislang bilanzieren?
Nico Hülkenberg: Wenn man einfach nur unseren Speed und die Rundenzeiten betrachtet, dann hätten wir alle drei Hauptrennen gewinnen können. In Brünn bin ich von 16 auf vier gefahren und war knapp hinter dem Mexikaner, der Dritter wurde. Wenn ich dort im Sprintrennen nicht ausgefallen wäre, dann wäre ich unter den ersten Vieren beim Start des Hauptrennens gewesen und hätte sicher eine Chance auf den Sieg gehabt. In Peking war es genauso. Der Holländer vor mir ist ausgefallen und in der selben Sekunde ist bei mir das Getriebe kaputt gegangen. Das war ein komischer Zufall. Aber in den ersten drei Rennen hatten wir eine sehr gute Performance und ich bin auch sehr froh mit meinem Team, das wirklich stark ist. Alle sind bis in die Haarspitzen motiviert.
Und was macht für dich persönlich den Reiz der A1GP aus?
Nico Hülkenberg: Die A1-Serie erinnert mich ein bisschen an die Formel 1. Natürlich sind es nicht die gleichen Autos und es hat nicht den gleichen Stellenwert. Aber man fliegt um die ganze Welt, man fährt im Winter und man hat lange Rennen mit Boxenstopp, was für mich auch neu ist. Es ist einfach ein anderes Konzept und ich finde es bis jetzt gut.
Die A1-Serie erinnert mich ein bisschen an die Formel 1 Nico Hülkenberg

Wie läuft es eigentlich mit den anderen Teams, vor allem mit denen, die noch nicht so viel Erfahrung im Motorsport haben?
Nico Hülkenberg: Es geht eigentlich ganz gut. In Zandvoort und in Peking war der Pakistani recht langsam, aber er ist auch immer sehr früh im Rennen ausgeschieden. Von daher gibt es da keine Probleme. Teilweise sind sie recht eng zusammen.
Vor der A1GP warst du in diesem Jahr im Recaro Formel 3 Cup unterwegs und bist Gesamt-Fünfter geworden. Bist du damit zufrieden?
Nico Hülkenberg: Nein, also damit bin ich gar nicht zufrieden. Es war eine schwierige Saison und leider nicht das, was wir uns erwünscht und erhofft haben. Wir haben teilweise nicht den Speed gehabt und ich habe Fehler gemacht und Punkte verschenkt. Man muss aber noch dazu sagen, dass ich beim letzten Formel-3-Rennen nicht dabei war, weil ich in Zandvoort A1 gefahren bin. Sonst hätte es in der Tabelle vielleicht ein bisschen besser ausgesehen. Aber insgesamt war die Saison für uns nicht zufrieden stellend.
Wie groß war der Sprung von der Formel BMW in die Formel 3?
Nico Hülkenberg: Es ging. Beim ersten Formel-3-Test kam einem alles ein bisschen schnell vor, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und ich hatte keine großen Umstellungsprobleme. Man hat mehr Grip und kann mehr machen und muss sich eben langsam an das Limit herantasten.
Nächstes Jahr soll es in die F3 EuroSeries gehen Foto: Speed Academy


Das Formel BMW-Weltfinale steht vor der Tür. Du warst im Vorjahr als Deutscher Meister dabei und wurdest Dritter. Was macht das Weltfinale so besonders?
Nico Hülkenberg: Es kommen alle vier BMW-Meisterschaften zusammen und man kann sich wirklich mit allen messen. Danach kann man dann wirklich sagen, ich war der beste Formel BMW-Fahrer in dieser Saison. Andererseits kann man das nicht so pauschalisieren, weil es ja nur ein Rennen ist. Der Reiz ist natürlich, dass alle gewinnen und damit den Formel-1-Test bekommen wollen.
Nach dem kleinen Blick zurück auch noch ein Blick nach vorne. Wie geht es im nächsten Jahr weiter für dich?
Nico Hülkenberg: Ich denke, es wird die Formel 3 Euroserie. Darauf hoffe ich zumindest und es sieht derzeit auch sehr danach aus.
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